Breithaupt in Kassel

 

Der Name Breithaupt ist im geodätischen Instrumentenbau bis heute ein Begriff!

 

1762   Die Gründung der Firma f.U. Breithaupt &Sohn, Fabrik geodätischer Instrumente in Kassel erfolgte im Jahr 1762 durch Johann Christian Breithaupt (1736-1799).

Dieser war Hofmechanikus beim Landgrafen Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel und fertigte in der Folgezeit in der Hauptsache astronomische Geräte.

Nach seinem Tode übernahm sein Sohn Heinrich Carl Wilhelm Breithaupt als19-jähriger die Firma, die er zunächst mit seinem Bruder Friedrich Wilhelm weiter führte.

 

Seit Beginn des 19. Jahrhunderts befasst sich die Breithauptsche Werkstätte auch mit dem Bau von Theodoliten.

H.C.W Breithaupt verdankt man die Einführung der Grubentheodolite in die Markscheidekunst.

 

F.W.Breithaupt baute eine Kreisteilmaschine von 40 cm Durchmesser.

Die wesentlichsten Epochemachenden Verbesserungen der Theodolite wurden in den 20gerJahren des vorigen Jahrhunderts von ihm gemacht!

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Er führte die, auch schon bei älteren Ramsdenschen und Adams'schen Instrumenten zu findende geneigteTeilkreisteilung im deutschen Instrumentenbau ein.

Die Nonien und derLimbusbefinden sich hierbei auf einer dem Gesicht des Betrachters zugeneigten Ebene, was die Ablesung bequemer macht.

Er führte die Alhidade alsüberdeckende Scheibe über dem Limbus mit Glasfenster ein. Was vollkommenen Staubschutz und Verhinderung durch mechanische Beschädigung bedeutete. Eine Neuerung, die alsbald überall nachgeahmt wurde.

 

Dieswar ein entscheidender Schritt zu der vollkommenen geschlossenen Form der heutigen Theodolite.

1826   Führte er die Differenzialschraube als Feinstellschraube ein (    ).

           In der Hauptsache wurden Theodolite der mittleren größenklasse gefertigt.

1832   Die ersten vollständigen Grubentheodolite wurden geliefert.

 

Sehr bekannt wurden auch die "Magazine" des Institutes, von denen auch die Nachfolger mehrere folgen ließen.

1827   Das erste Heft erschien..

1872   Der 1000teTheodolit wird gebaut.

1890   Der 2000te wird gebaut.

Bei der Firma F.W. Breithaupt & Sohn lernten manche der später auch bekannten Instrumentenbauer wie z.b.:

1841 Otto Fennel    Er tritt als Lehrling in die Firma ein undgründet 10 Jahre

           später seine eigene Firma.

1848 Udo Winkel Tätig bei Breithaupt, Gründer der Fa. Zeiss-Winkel, in

         Göttingen,1857

1855 Johann Christian Dennert  Ist als Mechaniker bei f.W. Breithaupt tätig.

          Gründet 1862 die Fa. Dennert &Pape in Hamburg-Altona.

Moritz Hensod   Ist längere Zeit, auf seinen Wanderjahren, bei Breithaupt als

          Geselle tätig. Er holt sich hier sein Rüstzeug für seine spätere

           Selbstständigkeit in Wetzlar, wo er die dortige Optische Industrie

            begründet.Er war zu seiner Zeit wohl auch ein Ausnahmetalent im

            Bereich des Instrumentenbaues.

 

Auch alle weiteren Nachkommen von f.W.Breithaupt sind in stetiger

Generationenfolge ständig an der Weiterentwicklung des Theodolitbaues beteiligt.

            So schuf Wilhelm Breithaupt 1911 eine neue Ablesevorrichtung für Nonien und Magnetnadeln als Vorläufer der gemeinsamen Ablesung zweier diametralen Kreisteilstellen.

 

1915 eine neue Libellenablesung mit Pentagonprisma.

Ab 1922 werden bei Breithaupt alleInstrumente mit anallaktischen Fernrohren ausgeführt. 

1928 wird ein Universal-Instrument für Triangulationen I.Ordnungen mit einem mF von 0,18’’ für Ägypten hergestellt.

Nebenden Theodoliten wurden die Fa. Breithaupt & Sohn auch bekannt durch seine Markscheidegeräte jeder Art, sowieTachymeter, Kippregeln und Messtische.

 

Als erstes wendet das Breithaupt´sche Institut 1879 die Hensodt' schen Schätzmikroskope an.(28,S.634).

 

 

Einfacher Repetitionstheodolit 1852 von dem Mathematischen Künstler F.W. Breithaupt in Kassel

Aus "Die Instrumente und Werkzeuge der höheren und niederen Messkunst" von Karl F. Schneidler

1852  Buchdruck und Verlag B.G. Teubner

Entnommen aus der gemeinfreien digitalen Version von Google Bocks

Aktualisiert am 17.07.2017